Warum regelmäßige Pausen wichtig sind

Der Schreibtisch ist voll. Der Kunde wartet auf das Angebo.Die Präsentation ist auch noch nicht fertig. Alltag bei vielen Arbeitnehmern. Die Arbeitsbelastung und der Druck bei der Arbeit steigt ständig. Viele Arbeitnehmer verzichten deshalb auf ihre Pausen und arbeiten durch um den Schreibtisch leer zu bekommen.

Ich selbst, als ich noch angestellt war, habe auch fast immer die Pausen durchgearbeitet. Ich hatte aufgrund von Personalmangel jeden Tag mehr als genug zu tun. Für eine Aufgabe, die ich abgearbeitet habe, kamen zwei Neue dazu. Ich habe mir von Kollegen von unterwegs ein Leberkäsebrötchen mitbringen lassen und nebenher am Arbeitsplatz gegessen. Teilweise habe ich sogar vergessen zu trinken. Am Ende des Tages war die Wasserflasche noch fast genauso voll wie ich sie mir morgens auf den Schreibtisch gestellt hatte. Wenn ich doch einmal Mittagspause gemacht habe, dann hatte ich ein schlechtes Gewissen. In der Zeit hätte ich ganz sicher mindestens zwei Angebot schreiben können oder Bestellungen bearbeiten. Die Folge war, ich war am Ende eines Arbeitstags frustriert, gereizt und fix und fertig. Oft hatte ich Kopfschmerzen.

Heute weiß ich, dass es falsch war. Pause machen ist wichtig. Nicht nur um den knurrenden Magen zu beruhigen, sondern auch um den Kopf freizubekommen und um sich zu erholen und zu regenerieren.

Damals in der Schule haben wir alle den Gong herbeigesehen, der das Ende der Stunde angezeigt hat und uns fünf Minuten Pause beschert hat. Oder noch besser, die große Pause. 20 Minuten Entspannung und Erholung. In der Schule hat der Gong dafür gesorgt, dass wir unsere Pausen bekommen. Diese Pausenzeiten waren nicht zufällig gewählt.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass unsere Konzentration nach 90 Minuten nachlässt und unser Gehirn ermüdet. Die Effizienz und die Qualität unserer Arbeit lässt nach. Fehler schleichen sich ein. Nicht umsonst schreibt der Gesetzgeber regelmäßige Pausen vor und sieht diese als Teil eines professionellen Arbeitssettings. Keine Pausen zu machen hat sowohl psychische als auch physische Auswirkungen auf unseren Körper.

Was sind die Folgen, wenn wir ständig ohne Unterbrechung arbeiten?

  • Die Leistung und die Arbeitsqualität sinken
  • Wir werden gereizt und frustriert
  • Verspannungen durch zu langes Sitzen
  • Überforderung und erhöhtes Burnout Risiko
  • Erhöhte Infektanfälligkeit und zunehmende Krankheitsausfälle

Natürlich treten diese Symptome nicht auf, wenn man mal die Pause durcharbeitet, um zum Beispiel eine wichtige Deadline einzuhalten. Aber wer dauerhaft seine Pause am Arbeitsplatz verbringt, läuft Gefahr, dass eines oder mehrere der oben genannten Symptome auftreten.

Wie mache ich richtig Pause?

Über den Arbeitstag verteilt mehrere kleine Pausen einlegen. Kurz vom Arbeitsplatz weggehen, frische Luft schnappen oder einen Kaffee holen.

Die Mittagspause nicht am Arbeitsplatz verbringen. Keine Mails checken oder im Internet surfen, wenn Sie sowieso den ganzen Tag am Bildschirm verbringen. Diese Tätigkeit ist der Arbeit zu ähnlich und wird von unserem Körper nicht als Pause empfunden. Gehen Sie in die Kantine, falls vorhanden. Bei schönem Wetter machen Sie einen kleinen Spaziergang. Ganz wichtig, versuchen Sie mit Kollegen nicht über die Arbeit zu sprechen. Und essen Sie nicht am Arbeitsplatz.

Jetzt werden sicher viele sagen, aber bei uns im Betrieb ist das nicht üblich und das geht nicht. Was sagen denn da die Kollegen?

Der soziale Druck ist sehr hoch und Sie werden vielleicht auf Widerstand bei den Kollegen oder den Vorgesetzten stoßen. Doch wer Pausen macht und diese entgegen dem Gerede von Kollegen durchzieht profitiert mittel und langfristig davon.

Sie werden leistungsfähiger, ruhiger und ausgeglichener. Vielleicht, wenn die Kollegen merken wie gut Ihnen die kleinen Pausen tun, schließen sich weitere an. Vorgesetzte und Arbeitgeber kann man mit der verbesserten Arbeitsqualität und der höheren Leistungsfähigkeit überzeugen.

Auch gilt, Pausen sind keine Arbeitszeit. Ihr Chef kann Ihnen nicht vorschreiben wie und wo Sie die Unterbrechung Ihrer Arbeitszeit gestalten.

Versuchen Sie es einfach und genießen Sie Ihre Pausen ohne schlechtes Gewissen. Sie werden schon nach kurzer Zeit Veränderungen feststellen.

2019-04-11T15:08:13+02:00